Aarg. Kantonaler Schwingerverband
 
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Aarg. Kantonalschwingfest 2021


NEWS
Kampfrichterwesen im Corona Jahr 2020
13.12.2020, PA

Normalerweise stehen die Kampfrichter in einer Saison bis zu 20mal im Einsatz, aber nicht in diesem Jahr. Im Jahr 2020 war alles anders, der Schwingsport wurde – Corona bedingt – stillgelegt. Für die Sportler ist es eine schwierige Situation, aber wie ist es für die Kampfrichter?


Nachfolgend mein Interview mit Reto Gerber. Seit 2010 steht er als Kampfrichter im Einsatz (Stufe 4)
Ruhig, gewissenhaft und freundlich, so kennen wir ihn auf dem Schwingplatz.

PA: Reto, seit mehr als 10 Jahren amtest du als Kampfrichter. Wie bist du dazu gekommen?
RG: Ich habe eine Jungschwinger- und eine kurze Aktivschwinger-Vergangenheit, die leider durch eine Knieoperation gestoppt wurde. Um weiterhin im Sägemehl stehen zu können, liess ich mich zum Kampfrichter ausbilden.

PA: Wie viele Einsätze hast du normalerweise im Jahr?
RG: Normalerweise sind es ca. 15 Einsätze, die sich aber im Verlauf der Saison meist bis
zu 20 ausdehnen.

PA: Du hast eine grosse Familie, dennoch stehst du im Schnitt an 12 oder mehr Wochenenden im Einsatz auf den Schwingplätzen. Was treibt dich an, was gefällt dir?
RG: Jeder der Schwingen liebt weiss das: der Duft von frischem Sägemehl, harte Zweikämpfe,
der Charme von jedem einzelnem Schwingfest, welcher immer individuell einzigartig ist.

PA: Im Herbst wurde anlässlich eines Kantonaltrainings ein Wettkampftraining organisiert.
Wie hast du diesen Tag erlebt?
RG: Sehr entspannt und ohne Druck. Nach einer langen Durststrecke ohne Schwingfest war es irgendwie wie ein Heimkommen.

PA: Die Schwinger vermissen den Wettkampf. Wie sieht es bei Dir aus?
RG: Genauso. Das ist auch gut so, denn ohne dieses Gefühl, wäre es ein Zeichen, dass die Leidenschaft für dieses Amt verblasst.

PA: Was hast du für ein Ziel als Kampfrichter?
RG: Ich habe mir nicht schwingfestspezifische Ziele gesetzt. Ich habe mir eher Tugenden wie Korrektheit, Fairness und Regeltreue auf die Fahne geschrieben.

PA: Angenommen, du wärst Eidgenössischer Kampfrichterchef, was würde Dir am Herzen liegen, wo wäre Dein Schwerpunkt in dieser Funktion?
RG: Die Schwinger werden immer professioneller, wir Kampfrichter müssen hier mithalten.
Ausserdem würde ich den verbandübergreifenden Kampfrichteraustausch fördern.

PA: Ich kenne Dich als ruhiger, freundlicher Kampfrichter. Kann dich etwas aus der Ruhe bringen?
RG: Hinterhältigkeit und Egoismus geht gar nicht. Ich bin ein Gerechtigkeits- und Harmoniefreak.

PA: Was kannst du einem Anfänger als Rat auf dem Weg mitgeben?
RG: Man wird nur besser und sattelfest durch Praxis. Also so viele Schwingfeste absolvieren wie möglich.

PA: Der Kontakt unter den Kampfrichtern fand dieses Jahr leider auf den Schwingplätzen nicht statt. Hattest du trotzdem Kontakt zu den Kampfrichtern und wie war der Austausch untereinander?
RG: Der Kontakt war leider auch sehr dezimiert bei dem obligaten Kampfrichterkurs und der Jahresschlusssitzung. Wir Kampfrichter kennen uns alle seit einigen Jahren. Unsere Gespräche sind geprägt von Ehrlichkeit und Humor. Eine gute Truppe eben.

PA: Was wünscht du für den Schwingsport 2021?
RG: Ich wünsche mir für jeden, der aktiv oder passiv irgendwie etwas mit Schwingen zu tun hat, dass wir hoffentlich in gleichen Massen wieder dort weiterfahren können, wo Anfang des Jahres 2020 wegen Corona leider alles abrupt geendet hat.


Danke Reto für das Interview.
Wir wünschen Dir und Deiner Familie schöne Festtage und ein gesundes 2021.

PA: Pascale Alpiger (Medienverantwortliche AKSV)
RG: Reto Gerber (Kampfrichter)